Die Vereinsgeschichte im Rückblick

Genau am 10. Juni 1946 wurde der „Sportverein 1946 e.V. Egesheim“, wie die vollständige Bezeichnung lautet, gegründet.

 

So wurde das von diesem Tag datierte Genehmigungsschreiben zur Abhaltung einer Gründungsversammlung des Egesheimer Sportvereines an den Gouverneur der damaligen französischen Besatzungszone gerichtet. Dem Gouverneur wurde mitgeteilt, dass die sportinteressierte Bevölkerung beabsichtige, sich zu einem Sportverein zu vereinigen, in welchem der „Fußballsport betrieben werde“. Das Gesuch ist unterzeichnet von den 7 offiziellen Gründungsmitgliedern Konrad Dreher, Hans Dreher, Josef Dreher, Martin Keller, Johann Reiser, Paul Sauter und Eugen Sieger.

Auch ist bekannt, dass in Egesheim schon viele Jahre vor Kriegsende, um das Jahr 1929, Fußball gespielt wurde, doch fand man sich zu einem regelmäßigen Spielbetrieb noch nicht zusammen. Es war damals lediglich im Frühjahr und im Herbst erlaubt, auf dem jetzigen Sportgelände „Hagenbrühl“ Fußball zu spielen, weil das Heu zur Landwirtschaft gebraucht wurde. So wurden in den Sommermonaten zumeist Freundschaftsspiele in den Nachbargemeinden ausgetragen. Auch deshalb waren zu dieser Zeit einige Sportler vor allem in Bubsheim als Gastspieler tätig.

Vor der Gründung des SVE, Anfang der Vierziger - Egesheimer zusammen mit Reichenbacher Fußballspielern.

Hintere Reihe v.l.n.r: Franz Mayer, Ambros Stierle, Josef Huber, Josef Keller, Hans Lehr

Mittlere Reihe: Theo Reiser, Melchior Junker, Jakob Quarleiter.

Vordere Reihe: Karl Reiser, Anton Mattes, Eugen Sieger.

Erste Mannschaft im Jahr 1948

Hintere Reihe, von links nach rechts:

Gottfried Reiser, Hans Gentner, Johann Reiser (Hannes), Eugen Sieger, Franz Dreher, Hans Stier

Mittlere Reihe: Theo Reiser, Willi Ramsperger, Leo Reiser.

Vordere Reihe: Matthäus Reiser, Robert Ramsperger, Konrad Reiser.

Nachdem der Sportverein durch die Genehmigung des französischen Gouverneurs aber schließlich gegründet war, wurden die Gründungsmitglieder vor allem durch Rupert Blikle, Franz Dreher, Karl Dreher, Erwin Gentner, Eugen Paul, Willi Ramsperger, Gottfried Reiser, Konrad Reiser, Theodor Reiser, Theo Stier und Kapitän Hans Stier unterstützt, welche gemeinsam die erste aktive Mannschaft zur Spielrunde 1953/54 in der damaligen C-Klasse Tuttlingen meldete. Diese Namen sind der Spielchronik aus dem Jahr 1965, in welcher erstmals Vor- und Zunamen vermerkt sind, entnommen.

Die ersten sportlichen Erfolge sind aus dem Jahr 1955 datiert, als man die Pokalturniere in Mahlstetten und „Irrendorf“, wie der Name des heutigen Irndorfes noch lautete, gewann. 

Nach knapp 10 Jahren des Bestehens zählte der Sportverein am 01.01.56   70 Mitglieder.

Nachdem man in der Runde 1953/54 noch den achten und ein Jahr später den 3. Platz erreichte, war es in der Saison 1955/56 endlich soweit: Als Meister der C-Klasse war der Aufstieg in die B-Klasse perfekt. Doch nicht nur Egesheim, sondern auch Deilingen sorgte in diesem Jahr hier für eine Kuriosität: Diese Mannschaft erreichte lediglich 3 Unentschieden, die restlichen Begegnungen wurden allesamt verloren. Nichts desto trotz wurde auch ihr in der Presse eine „gehörige Portion Sportsgeist“ ausgesprochen, „um eine ganze Runde hindurch verlieren zu können“.

Im darauffolgenden Jahr, genauer gesagt am 21.Juli 1957, fiel der damalige 1. Vorsitzende des SVE, Matthäus Reiser, einem tödlichen Verkehrsunfall zu Opfer: Auf der Heimfahrt vom Heuberg-Wanderpokalturnier in Renquishausen, an dem er morgens noch aktiv teilgenommen hatte, kam er auf der Landstraße zwischen Renquishausen und Königsheim auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern und von der Fahrbahn ab. 

Es zeugt heute noch von der Verbundenheit der teilnehmenden Vereine, dass das Turnier, zu dessen Gründern der Verstorbene gehörte, sofort abgebrochen wurde. Stattdessen hielt die Trauergemeinde einen Gottesdienst für den verunglückten Sportkameraden ab.Den Presseberichten ist zu entnehmen, dass am darauffolgenden Sonntag in Egesheim ein Freundschaftsspiel zwischen Egesheim und Zimmern o.R. stattfand. Beide Vereine besuchten vor der Begegnung den Friedhof, um nochmals des Verstorbenen zu gedenken.

Wegen des Unglücksfalles des 28jährigen, von Beruf Schmied und ebenso Feuerwehrkommandant wie Mitglied des Gemeinderates, trat die Vorstandschaft mit der Fußballmannschaft freiwillig den Weg zurück in die C-Klasse an.

Dem Spielbericht der Partie vom 29.09.57 in Egesheim gegen Gunningen sind so einige Überraschungen zu entnehmen:

Bis zur 60. Minute hatte Egesheim mit 3:0 geführt und die überlegene Mannschaft dargestellt. Kurz darauf kamen die Gäste zwar zum Ausgleich, doch wurden unmittelbar anschließend 2 Gästespieler des Feldes verwiesen, was Egesheim zum 4:3-Siegtreffer nutzte.

Dieses wiederum war für die beiden des Feldes Verwiesenen Anlass genug, auf das Spielfeld zurückzukehren, um die Mitspieler allen Regeln zum Trotz wieder zu unterstützen. 12 Minuten vor Spielende musste der Schiedsrichter die Begegnung abbrechen und die Spruchkammer sich mit dem wenig sportlichen Ablauf auseinandersetzen.

Erst im Jahr 1961/62 durfte sich Egesheim wieder als Meister der C-Klasse feiern lassen. Dem Pressebericht zufolge hatten sich ca. 200 Zuschauer in Wehingen zum Endspiel zwischen Egesheim und Reichenbach eingefunden. Willi Stier sei hier der „agilste“ Spieler gewesen, der den gefährlichsten Stürmer Roberto Reiser unterstützte. Allerdings seien die Reichenbacher an diesem Tag auch etwas konditionsschwach gewesen.

Jedenfalls führte Egesheim zur Halbzeit mit 4:0, am Ende hieß es gar 5:0. In der Trefferliste sind Roberto Reiser mit 4 Toren und Ferdinand Stier mit 1 Tor genannt.

Überhaupt war dieses das ertse Punktspiel für den damals erst 17jährigen Ferdinand Stier.

 

Aus dem Jahr 1955 ist das erste Freundschaftsspiel mit dem BC Konstanz/Egg datiert. Die zahlreichen weiteren Freundschaftsspiele und wechselseitigen Besuche, aus denen eine langjährige Verbundenheitresultierte, wurden anfangs von den Konstanzer Brüdern Josef und Ottmar Dreher, welche aus Egesheim stammten, in die Wege geleitet.

Am 04. Juli 1965 wurde Egesheim zu einem Pokalturnier an den Bodensee eingeladen, jedoch gewann man dort nicht mehr als den Fairness-Pkal. Beim Pokalturnier im Juni 1971, wiederum beim BC Konstanz/Egg schafften die Egesheimer wenigstens einen 2. Platz.

Zwischenzeitlich wurde innerhalb des Vereins die Sparte Ski gegründet und viele portler waren damals in den Sommermonaten im Fußballsport und in den Wintermonaten im alpinen Skisport aktiv (siehe hierzu auch die gesonderte Chronik der Sparte Ski) – vieles hat sich diesbezüglich bis heute nicht verändert.

 

Ein weiterer sportlicher Höhepunkt war im Jahr 1967 zu verbuchen: Nachdem man in den 4 vergangenen Jahren beim Heuberg-Wanderpokalturnier jeweils im Endspiel gegen Kolbingen bzw. Bubsheim nur zweiter Sieger geblieben war, konnte man als Ausrichter endlich den langersehnten Triumph feiern. Wieder hieß der Endspielgegner Bubsheim, den man deutlich mit 4:1 schlug.

Zwei Jahre später traf der SVE im Endspiel des Heuberg-Wanderpokalturniers, ausgetragen in Renquishausen, auf Kolbingen. Da ein Egesheimer Treffer durch den Schiedsrichter nicht gegeben worden war und Kolbingen bereits im Gegenzug das 1:0 besorgte, musste die Begegnung wegen Tumulten abgebrochen werden. Das wenige Wochen später ausgetragene Wiederholungsspiel gewann der Kontrahent mit 2:0. Damit überhaupt ein Wiederholungsspiel stattfand, war unter anderem auch der Verdienst des heutigen Staffelleiters der Kreisliga A III, Wilfried Walbel. Er wohnte bis ins Jahr 1970 in der Anhauser Mühle, welche zur Gemarkung Bubsheim zählt. Dennoch kamen hauptsächlich über Willi und Theo Stier Verbindungen zum SV Egesheim zustande. Sie waren es, die 1968 Herrn Waibel, welcher schon damals beim „Gränzbote“ arbeitete, aufforderten, doch einmal eine Jahreshauptversammlung des SVE zu besuchen. Obwohl dieser zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht Vereinsmitglied war, durfte er anschließend nicht nur den entsprechenden Pressebericht fertigen, sondern wurde gleich zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Über die These einzelner Egesheimer, Wilfried Waibel habe sich seinen sportlichen Sachverstand hauptsächlich hier erworben, ließe sich wohl trefflich streiten.

Im Hinblick auf den geschilderten Spielabbruch beim Heuberger-Wanderpokalturnier sprach die Bezirksspruchbehörde den Egesheimern die Hauptschuld zu. Jedoch trafen sich die Vertreter der teilnehmenden Vereine einige Zeit später, um sich mit der Angelegenheit auseinanderzusetzen. Nach der Intervention von Wilfried Waibel kam hier die Entscheidung für ein Wiederholspiel  zustande.

Noch als er im Jahr 1970 1.Vorsitzender beim SVE war, wurde er beim Staffeltag in Bubsheim zum Staffelleiter gewählt. Da sich der bisherige Staffelleiter Heinz Treiber nicht zur Wiederwahl stellte, stand ein Nachfolger zunächst nicht zur Verfügung. Der damalige 1.Vorsitzende des SV Königsheim,  Otto Frech, sei es gewesen, der den Hinweis auf den ihm gerade gegenüber sitzenden Wilfried Waibel gab, welcher von den Anwesenden sofort gewählt wurde und dieses Amt gleich 15 Jahre ausübte. Erst als Herr Waibel 1970 nach Mühlheim zog, gab er das Amt des 1.Vorsitzenden des SVE ab.

 

Im Jahr 1969/70 musste man von der B-Klasse zurück in die C-Klasse absteigen. In den Folgejahren waren im Männerfußball eigentlich nur kleinere Erfolge zu verbuchen, für die Saison 1972/73 konnte infolge Spielermangels schließlich überhaupt keine aktive Mannschaft gemeldet werden.

Der Neuanfang im Jahr 1973 war schwer, doch war es nicht zuletzt Willi Stier, der sich gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister und gleichzeitig ersten Vorsitzenden Eugen Weber um einen Wiederaufbau bemühte, waren doch mehrere Spieler zwischenzeitlich in auswärtigen Mannschaften aktiv. Der neue 1.Vorsitzende Willi Stier hatte es für eine Amtsübernahme zur Bedingung gemacht, dass die auswärts aktiven Spieler nach Egesheim zurückkehren mussten. Aufgrund dessen, dass mehrere jüngere Spieler wie beispielsweise Hans Dreher und Willi Ramsperger (1973), Jakob Mayer (1974), Siegfried Reiser und Alfred Sieger (1975) sowie Theo Reiser (1976) aus der Jugend nachrückten, die bei auswärtigen Mannschaften spielenden Akteure tatsächlich zurückkehrten und sehr oft ältere Spieler immer wieder aushalfen, konnte dieses Vorhaben gelingen. Des Weiteren waren die Gastspieler Alexander Gruber im Angriff und dessen Bruder Günther (zumeist im Tor) ebenfalls eine Verstärkung.

Dennoch war Mitte der 70er Jahre in Egesheim der Damenfußball deutlich erfolgreicher: Nachdem man bereits seit 1967 Freundschaftsspiele bestritten und immer regelmäßig trainiert hatte, meldeten sich die Damen erstmals für die Verbandsrunde 1973/1974. Mit 39 erzielten Treffern aus den 6 gewonnenen Gruppenspielen (mehr als 6 Tore pro Begegnung!) spielte man im Endspiel um die Bezirksmeisterschaft gegen Dunningen. Mit dem 1:0 – Sieg errang man sogar die Qualifikation für die Endrunde um die württembergische Fußballmeisterschaft. Die 16 Frauen-Bezirksmeister wurden in 4 Gruppen eingeteilt, wobei Gastgeber Egesheim gegen Nusplingen und Haslach antreten musste. Der 3:1 – Sieg gegen Nusplingen hatte eine gute Ausgangsposition für die Parte gegen Haslach geschaffen, doch zog man dort im Elfmeterschießen mit 5:6 (nach Verlängerung 3:3) den Kürzeren und schied aus dem weiteren Wettbewerb aus.

Trotz dieser Niederlage hatte man bis weit über die Kreisgrenze auf sich aufmerksam gemacht und viele Pressenotizen berichteten von diesem Ereignis. Besonders ein Bericht dürfte bei den Lesern zumindest ein Schmunzeln hervorgerufen haben, als die damals 14-jährige Marianne Mayer als „Küken der Mannschaft“ bezeichnet wurde.

 

Auch in den beiden folgenden Jahren gewannen die Egesheimer Fußballerinnen überlegen die Bezirksmeisterschaft und wiederum zeigten die Abschlusstabellen die Egesheimer Vormachtstellung: Im Jahr 1974/75 wurde man mit 20:0 Punkten und 37:3 Toren, im Jahr 1975/76 mit 16:0 Punkten und 26:1 Toren deutlicher Gewinner des Meisterschaftswimpels.

Die Bilanz dieser 3 Jahre mit 25 Siegen aus 25 Meisterschaftsspielen und einer Tordifferenz von 102:5 war nicht nur für Trainer Johann Reiser, bereits als Gründungsmitglied genannt, ein toller Erfolg.

 

 

 

In der Nacht vom 24. Auf 25. Juni 1975 wurde der Egesheimer Sportplatz durch ein Hochwasser schwer verwüstet: Nach erheblichen Regenfällen wurde ein Industriecontainer in die Bära von Reichenbach in Richtung Egesheim gespült. Als er sich im Bereich der Brücke zwischen Reichenbach und Egesheim querstellte und durch Geröll der Abfluss noch weiter erschwert wurde, stauten sich die Wassermassen in Richtung Reichenbach.

In den Abendstunden des 24. Juni wurde der Druck dann aber zu groß, so dass der Container nun unter die Brücke hindurch gedrückt wurde. Unmittelbar darauf verwandelte sich die Bära in einen reißenden Fluss und setzte den westlichen Teil von Egesheim vollständig unter Wasser. Einige der dort wohnenden Bürger mussten sogar mit Booten gerettet werden und den damaligen Vätern des Vereines eröffnete sich am 25. Juni beim Anblick des dort angrenzenden Sportplatzes ein Bild des Grauens: Der „Hagenbrühl“ war durch die Wassermassen in Verbindung mit dem Geröll vollständig verwüstet und musste neu angelegt werden. Erst im Sommer 1979 war es möglich, dort den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Im Rahmen eines Pokalturniers wurde die Sportplatzeinweihung gefeiert.

Man war gezwungen, einen Ausweichsportplatz zu bauen, den man auf dem Westerberg anlegte. Er musste nach der Überschwemmung mehrere Jahre als Hauptspielfeld herhalten, obwohl die Anfahrt wegen der engen Straße oftmals recht problematisch war. Nichts desto trotz war der SVE hier einmal eine lange Zeit ungeschlagen und galt deshalb als recht heimstark. Vor allem die auf dem Westerberg ausgetragenen Begegnungen gegen die Mannschaften aus Bubsheim, Denkingen oder Weigheim dürften den in dieser Zeit aktiven Spieler noch in bester Erinnerung sein. Insgesamt aber war der SVE in den 70er Jahren sportlich nicht vom Erfolg verwöhnt, so dass man auch bei den Pokalturnieren nur im Mittelfeld landete.

Erst im Mai 1982 fand man sich in den Schlagzeilen der lokalen Presse wieder, nachdem das Heuberg-Wanderpokalturnier, ausgetragen in Königsheim, gewonnen werden konnte: Die Mannschaft des SVE hatte sich in den Gruppenspielen gegen den SV Königsheim, den SC Renquishausen und den SV Mahlstetten zu behaupten. Nach Siegen gegen Königsheim (2:0) und Renquishausen (1:0) hätte man sich in der abschließenden Begegnung gegen Mahlstetten mit einem Unentschieden für das Endspiel qualifizieren können. Am Ende des als rasant bezeichneten Spieles hieß es 1:1, der Finalgegner hieß SV Bubsheim.

Durch ein Freistoßtor von Spielertrainer Albert Nann ging der SVE in Führung, doch musste man nach einem Eigentor den Ausgleich und nach einem Kopfballtor sogar das 1:2 hinnehmen. Dem Egesheimer Kapitän Hans Dreher war es aber vorbehalten, ebenfalls mit einem per Kopf erzielten Treffer den Ausgleich zu erzielen und damit die Verlängerung zu erzwingen.

In dieser konnte keine der beiden Kontrahenten einen Treffer erzielen, - ein Elfmeterschießen musste die Entscheidung herbeiführen.

Dem Pressebericht zufolge sei der damalige Egesheimer Torhüter Dieter Stier, übrigens auch heute noch in der Mannschaft des SVE aktiv, über sich hinaus gewachsen und habe gleich zwei Strafstöße pariert, am Ende hieß es somit 7:5 für die klassenniedrigeren Egesheimer.

 

Die Turnierspiele fanden bei großer Hitze statt, auch lagen zwischen dem abschließenden Gruppenspiel der Egesheimer und dem Finalspiel lediglich 15 Minuten. Trotzdem kämpften alle Egesheimer um jeden Meter und der Egesheimer Siegfried Reiser lief tatsächlich bis zum Umfallen: wegen der Überanstrengung erlitt er einen Kreislaufzusammenbruch und hatte, wie viele weitere Spieler auch, ärztliche Hilfe nötig.

Nach dem Vorbild der aktiven Mannschaft gewannen die Alten Herren des SVE in den Jahren 1982-1984 das Heuberg-Wanderpokalturnier und durften damit den Pokal in ihren Besitz nehmen. Es handelte sich überwiegend um jene Spieler die in den 60er Jahren in der B-Klasse spielten, so dass ihre Überlegenheit in der näheren Umgebung beinahe eine logische Folge war.

 

Erst im Jahr 1987, mit einem Jahr Verspätung, feierte der Sportverein sein 40jähriges Bestehen und 2 Jahre später, in der Saison 1988/89 endlich wieder den Aufstieg in die Kreisliga A. Allerdings hatte es zu Beginn der Spielrunde ganz anders ausgesehen. Nach Niederlagen gegen den SC Wellendingen II und den SV Bubsheim II sowie den Unentschieden gegen den SV Mahlstetten II und die Sportfreunde Trossingen war man mit schwachen 18:6 Punkten gestartet und wies bereits 4 Punkte Rückstand auf den Hauptkonkurrenten, die Sportfreunde Trossingen, auf.

Dafür verlief die Rückrunde dann aber mehr als erfolgreich. Mit einem 2.2 Unentschieden gegen Reichenbach musste man den einzigen Punktverlust hinnehmen und fegte im letzten Punktspiel bei den Sportfreunden in Trossingen diesen Gegner sogar mit 5:0 vom Platz. Im Autokorso ging es zurück nach Egesheim, wo die Musikkapelle des MV Egesheim schon bereit stand.

Mit Spielertrainer Hans Braun und dem gleichen Spielerkader konnte im Folgejahr auch problemlos der Klassenerhalt gesichert werden.

Als dann im Sommer 1990 gleich mehrere der erfahrenen Spieler (Hans Braun, Ambros-Werner Dreher, Bernhard Hippel, Hubert Keller, Norbert Kirmayer, Armin Merkt, Harald Reiser) dem aktiven Fußballsport den Rücken kehrten und ein weiterer Akteur (Willi Mengis) den Verein wechselte, sollte wieder der Abstieg in die Kreisliga B angetreten werden.

 

Dafür schaffte es der SV Egesheim 2 Jahre später, in den Jahren 1992-1993, den langjährigen Diskussionen um den Bau eines Sportheimes ein Ende zu bereiten.

Seit Anfang der 60er Jahre fand der größte Teil der Egesheimer Veranstaltungen in der sogenannten Baracke statt. Es handelte sich um ein Gebäude, das bis dato in Hechingen als Aufnahmelager für Flüchtlinge diente. Unter der Leitung des 1.Vorsitzenden Hans Stier und des Lehrers der Egesheimer Schule, Hugo Mayer, war das Gebäude in Egesheim wieder aufgebaut worden, allerdings konnte nur eine vorläufige Genehmigung erhalten werden.

Später wurden die Gasträume des Lokales „Sonne“ gepachtet, jedoch traten in den entsprechenden Verhandlungen über erforderliche Renovierungs- und Reparaturarbeiten immer größere Probleme auf, worauf der Pachtvertrag aufgekündigt wurde.

1992 beschloss die Vorstandschaft mit dem 1.Vorsitzenden Hubert Keller, die Baracke zu einem Vereinsheim umzubauen. Im darauffolgenden Frühjahr waren die Arbeiten größtenteils abgeschlossen, so man in den Fastnachtstagen erstmals Gäste begrüßen durfte. Oftmals wird auch heute noch von Spielern auswärtiger Mannschaften bestätigt, dass das Innere des Sportheimes ein wahres Schmuckstück darstellt.

Treffend bezeichnete ein Gast einmal das Engagement des damaligen 1.Vorsitzenden Hubert Keller, als er feststellte, dass man diesem für den Bau dieses Sportheimes eigentlich ein Denkmal setzen müsste. In gesellschaftlicher Hinsicht ist das Sportheim in Egesheim heute sicherlich nicht mehr wegzudenken.

 

Ebenfalls im Jahr 1993 war man Ausrichter des 38. Heuberger-Wanderpokalturnieres. Zwar verpasste die Mannschaft knapp den Einzug ins Finale, doch zeigten sich die Gäste wie die Einheimischen von der nahezu optimalen Organisation beeindruckt.

Nach 3 Spielzeiten in der Kreisliga B durften die Egesheimer im Jahr 1994 den Meisterschaftswimpel von Staffelleiter Schray erneut entgegennehmen. Nachdem man nach 11 Spielen mit der Maximalpunktzahl gestartet worden war, gingen das letzte Punktspiel vor der Winterpause gegen den Meisterschaftskonkurrenten aus Seitingen mit 0:2 und gleich das erste Punktspiel nach der Winterpause gegen Deilingen mit 0:1 verloren.

Bis zur letzten Begegnung ging es nur noch darum mehr Treffer als der SV Seitingen zu erzielen, was mit einem abschließenden Torverhältnis von 125:25 gelang.

Auch in der letzten Partie gegen den SV Renquishausen II ließen sich die Spieler von Rüdiger Querner diesen großen Erfolg nicht mehr nehmen und gewannen mit 12:1 Toren. Auch an diesem Tag war der Musikverein Egesheim wieder zur Stelle und umrahmte seinerseits den Triumph meisterhaft.

 

In den vergangenen 2 Jahren machte sich vor allem die erfolgreiche Jugendarbeit bezahlt. Nicht zuletzt deshalb vermochte man sich zumeist behaupten, auch wenn in der zurückliegenden Spielrunde ein leichter Einbruch festzustellen war und bei Druckbeginn dieses Rückblickes noch nicht feststand, ob in der Saison 1995/96 der Klassenerhalt gesichert werden konnte.

Abschließend bleibt festzustellen, dass in den zurückliegenden 50 Jahren das in der ersten Vereinssatzung gesteckte Ziel „die Sportinteressierten in Egesheim zusammenzufassen und die sportlich-kameradschaftliche Gesellschaft zu pflegen“ erreicht worden sein dürfte.

Nur durch die Tätigkeit all jener die diesen Verein in der Funktion des 1.Vorsitzenden, in den Vorstandschaften, in den Fußballmannschaften oder in anderer Art und Weise „hinter den Kulissen“ unterstützten, war das Erreichen dieses Zieles möglich und gerade ihnen soll nach 5 Jahrzehnten hiermit großer Dank ausgesprochen werden.

 

April/Mai 1996

 

Frank Reiser